Bild 2: Der arkadische oder ländliche Zustand

„Jedes noch so gut aufgestellte Staatsgefüge trägt in sich die Saat seiner Zerstörung: Und, obschon sie wachsen und sich für eine gewisse Zeit vervollkommnen, werden sie sich schon bald sichtbar ihrem Verfall entgegen neigen. Jede Stunde ihres Bestehens ist eine Stunde weniger, die sie zu bestehen haben.“

Henry St. John (1738)

In seinem 1834 – 1836 entstandenen Gemäldezyklus „The Course of Empire“ zeichnet Thomas Cole den Aufstieg und Verfall einer Gesellschaft nach. Die fünfteilige Bilderreihe beginnt mit der wilden Phase, darauf folgt die ideale, ländliche Phase, darauf der äußerliche Höhepunkt, an den sich die Zerstörung und schließlich das Verschwinden des Menschen anschließen.

Die Vorstellung vom Aufstieg und Verfall einer Gesellschaft war im 19. Jahrhundert nicht neu. Bemerkenswert sind die Gründe, die Cole in seinem Zyklus andeutet: Bereits in der ländlichen Phase, quasi dem goldenen Zeitalter, trägt er am Bildrand die Gründe der späteren Zerstörung ein: Links nur schemenhaft erkennbar zwei Soldaten in silbern schimmernden Rüstungen, rechts der Stumpf eines einst mächtigen Baums.

Das nächste Bild ist zwar von kultureller Prachtentfaltung geprägt, doch das Militär ist allgegenwärtig, und die Natur ist auf Pflanzkübel und wenige Refugien beschränkt.

Bild 3: Die Vollendung des Reichs

Über dieses bunte Treiben bricht im vierten Gemälde der Krieg herein und zerstört alle menschliche Pracht. Zurück bleibt ein Ruinenfeld, das sich die vertriebene Natur zurückerobert.

5. Bild: Verlassenheit

Thomas Cole sieht in der Zerstörung der Natur einen Grund oder mindestens ein Indiz für die Zerstörung einer Kultur. Mit dieser Perspektive war er vermutlich nicht der Erste und dennoch den Meisten seiner Zeit weit voraus!