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Josef, Marias Mann

Im Madrider Prado steht diese Darstellung der Anbetung der Heiligen drei Könige. Die stattlichen Männer erweisen dem frühreifen (selbst sitzenden) Jesus ihre Ehrerbietung. Den Platz an Marias Seite nimmt nicht etwa ihr Mann, sondern ein Esel ein. „Josef ist ein Esel, Josef ist ein Esel!“ Mit diesen Worten mögen Kinder vergangener Zeiten um das Altarbild herumgetollt sein. Und in der Tat: Josef hockt im Hintergrund, zusammengekauert am Feuer unter einem schäbigen Vordach. Hieronymus Bosch treibt die Demontage Josefs auf die Spitze. Er hat ihn aus der Krippenszene ausquartiert und zum Windelnwaschen angestellt! 

Wie konnte es nur soweit kommen, dass Josef, der „Sohn Davids“ (Matthäus 1,20), aus der Grundgeschichte des Christentums ausgeschieden wurde? Hat es die christliche (von Männern dominierte) Tradition nicht verwinden können, dass Josef seiner Verlobten ihre Affäre mit dem Heiligen Geist einfach durchgehen ließ? Konnte sie es nicht ertragen, dass hier ein Mann nur eine Nebenrolle spielte? Musste sie ihn verunglimpfen, weil er sich nicht durchsetzte wie ein Josef Ackermann oder ein Joseph („Joschka“) Fischer?

Dabei ist Josef ein durch und durch bemerkenswerter Mann, obwohl von ihm – anders als von seinem Adoptivsohn – kein einziger Satz überliefert ist. Er hat die große Kränkung – eine schwangere Verlobte – großherzig überwunden. Er hat Maria und ihr künftiges Kind in seine königliche Abstammung einbezogen und beiden damit ein respektiertes Leben ermöglicht. Diese Leistung wird nicht dadurch geschmälert, dass sie einem himmlischen Input folgte. Sich etwas sagen lassen können ist eine weitere Qualität dieses erstaunlichen Mannes.

Fragen

  • Was war der schönste Moment Ihres Lebens? Oder denken Sie, er kommt noch?
  • Macht es Sie traurig, wenn es Ihnen besser geht als einem anderen?
  • Gibt es einen Gedanken, den Sie nicht weiterzudenken wagen? Warum?
  • Mit wem sind Sie barmherziger – mit sich oder Ihrem besten Freund?
  • Wie lange pflegen Sie einen Gedanken, der Ihnen nicht guttut?
  • Welchen kleinen Veränderungsschritt trauen Sie sich gerade noch zu?
  • Was würden Sie Gott fragen, wenn Sie ihn treffen? Was würde er Sie fragen?
  • Was ist am aussichtsvollsten von allem, was Sie bisher aufgeschoben haben?
  • Wen mögen Sie mehr: a) einen tiefgründigen Kritiker? b) einen oberflächlichen Fan?
  • Wenn Sie einen Wunsch frei hätten: Wären Sie gerne a) schöner? b) klüger? c) erfolgreicher?
  • Wann tun Sie das, was Sie tun würden, wenn Sie nur noch einen Monat zu leben hätten?
  • Woran messen Sie Erfolg: a) an der Zustimmung? b) am Widerstand?
  • Welcher Gedanke vermag Sie immer wieder zu erfreuen?

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