Die Wiesenrispeist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten für Rasen und Weiden gesäten Süßgräser Europas. Vor Allem an trockenen Standorten empfiehlt es sich auf einen hohen Anteil in der Saatgutmischung zu achten.
Wiesenrispe aus C. A. M. Lindmans "Bilder ur Nordens Flora", tredje upplagan 1917-1926 via Wikimedia Commons
Futterwertzahl: 8
Feuchtezahl: 5
Nährstoffzahl: 6
In Kürze
Sehr wertvolles Untergras, für Weide– und Mähnutzung geeignet, auch auf trockenen Wiesen vorkommend.
- Blattlage: gefaltet.
- Blattspreite: Skispur (Doppelspur) auf der Blattmitte.
- Blattspitze: kahnförmig.
- Blatthäutchen: kurz.
- Blattöhrchen: keine.
- Blütenstand: Rispe.
- Ährchen: unbegrannt.
- Wuchsform: unterirdisch Ausläufer treibend.
Habitus
Ausdauernd; kräftige Triebe mit festen, oft derben aufrechten, grünen bis blaugrünen Blättern; bildet kleinere oder grössere Rasenflecken. Je nach Wuchstyp können Blätter und Halme sehr kurz sein (10 cm) oder auch bis etwa 30 cm lange Blätter und bis über 50 cm hohe Halme gebildet werden.
Jugendstadium
Die untersten Blattscheiden sind zusammengedrückt (platt), kahl oder fein behaart; die Blätter sind etwa 10-30 cm lang, parallelrandig, 2-4 mm breit, in der Mitte mit einer Doppelrille (Skispur) und enden in einer kapuzenförmigen, stumpfen Spitze (Blattspitze gabelt sich beim Darüberstreifen); Blatthäutchen sehr kurz und gestutzt (0,5-1 mm).
Reifestadium
Halme sind aufrecht oder bogig aufsteigend und tragen eine wohlgeformte Rispe mit kurzen Rispenästen; der Halm ist rund und glatt; Blatthäutchen der Halmblätter etwa 1-2 (-3) mm.
Ährchen
2- bis 5-blütig; eiförmig, 4-5 mm lang; der kleine Same wird von der verhärteten Deck- und Vorspelze fest umschlossen.
Bewurzelung
Entwickelt dünne, lange unterirdische Kriechtriebe mit zahlreichen Laubsprossen, die für einen dichten rasigen Wuchs sorgen. Die Art ist ausdauernd und vermehrt sich vorwiegend vegetativ.
Standort
Auf trockenen bis nassen, eher nährstoffreichen, leicht sauren bis basischen, normal oder schwer durchlässigen Mineral- oder Moorböden in tiefen und hohen Lagen bis über 2500 m ü.M. Auch an nicht raigrasfähigen Standorten sehr konkurrenzkräftig.
Futterbaulicher Wert
Ertragreiches, ziemlich intensiv nutzbares, wertvolles Futtergras; eignet sich zur Mäh- und Weidenutzung; die dichte Pflanzendecke und Bewurzelung bilden einen festen Wasen, der Unkräuter kaum aufkommen lässt (echter «Lückenfüller»).
Ansaaten
Wegen der langsamen Jungendentwicklung dauert es 2 bis 3 Jahre bis sein Ertragsanteil im Bestand ein Viertel bis ein Drittel erreicht. Deshalb wird es vorwiegend in längerdauernden Gras-Weissklee-Mischungen und zum Anlegen (und Übersäen) von wenig bis sehr intensiv nutzbaren Dauerwiesen, Mähweiden sowie Dauer- und Alpweiden verwendet.
Quelle: Dietl, W-; Lehmann, J.; Jorquera, M.: Wiesengräser.LMZ-Verlag Zollikofen (Schweiz, 1998)
